Dein Schatten ist dein größter Schatz – beginne ihn zu lieben

Wer kennt es nicht, der präsent auf Social-Media ist: Du stellst dich mutig vor deine Kamera, erzählst offen und verletzlich von deinen Erfahrungen, vielleicht sogar von den dunkelsten Momenten deines Lebens – und dann kommt er, der eine Daumen nach unten, der dich mitten ins Herz trifft. Sofort meldet sich die innere Stimme: „War das wirklich so schlecht? Was habe ich falsch gemacht? Warum sieht mich jemand so negativ?“
Doch, halt mal. Was, wenn genau dieser Moment dir zeigen will, wie weit du schon gekommen bist – oder eben, wo du selbst noch hinschauen darfst?

Wenn deine Schatten Angst vor dem Licht haben

Kürzlich habe ich einen Newsletter meiner Technik-Elfe gelesen, in dem sie offen darüber berichtete, wie es ihr nach einer Kritik unter einem ihrer YouTube-Videos ging. Sie erzählte ehrlich und verletzlich, dass diese Kritik sie erst einmal verunsichert hat. Fast gleichzeitig erschien ein Daumen nach unten unter einem Interview-Video, das ich mit einer meiner Teilnehmerinnen geführt hatte. Und ich erinnerte mich an ein anderes Video, in dem ich über meine eigene Erfahrung mit Panikattacken sprach, erhielt eine negative Bewertung.

Das brachte mich zum Nachdenken: Was ich mit dir gerne teilen möchte – nämlich, wie Kritik uns zeigt, wo wir innerlich gerade selbst stehen und wie wir mit unseren Schatten umgehen.

Die Botschaft meiner Technik-Elfe war klar: Kritik aktiviert alte Muster und Unsicherheiten. Sofort fragen wir uns: Bin ich gut genug? Darf ich das überhaupt? Wer bin ich, dass ich anderen etwas erzähle? Am besten mache ich das nicht mehr. Rückzug.

Doch genau hier beginnt der spannende Teil. Kritik oder Ablehnung kann wehtun, ja. Aber sie tut hauptsächlich dann weh, wenn wir selbst noch zweifeln, wenn unsere inneren Schatten uns erschrecken und ängstlich flüstern: „Pass auf, du wirst nicht geliebt, wenn du so bist, wie du wirklich bist.“ Was also tun?

Die meisten versuchen, diese Schatten wegzuschieben. Bloß nicht zeigen, bloß nicht drüber sprechen. Lieber etwas zurückhaltender sein, vielleicht etwas unverbindlicher. Nur keine Angriffsfläche bieten. Andere trauen sich wegen dieser „Gefahren“ erst gar nicht anzufangen. Doch genau das ist der falsche Weg. Schatten, Schwächen und Ängste verschwinden nicht, indem du sie ignorierst. Im Gegenteil: Sie wachsen im Dunkeln umso stärker, bis sie dich blockieren, lähmen und dein Leben sabotieren.

Warum du deine Schatten lieben lernen sollst

Was wäre, wenn deine Schatten gar keine Schwächen wären, sondern lediglich ungelebte Potenziale? Was, wenn genau hinter diesen vermeintlichen Schwächen deine größte Kraft verborgen liegt? Genau das durfte meine Technik-Elfe erleben, als ihr jemand zur Seite stand und sie ermutigte, ihre Angst anzusehen, statt in den Rückzug zu gehen.

Dieser mutige Schritt verändert alles. Es braucht gar nicht viel – nur den Mut, hinzuschauen und die Bereitschaft, ehrlich mit dir selbst zu sein. Stell dir vor, jeder Daumen runter wäre ab jetzt dein Signal, genauer hinzuschauen. Es ist eine Einladung, dir selbst näherzukommen, authentischer zu werden, anstatt dich zu verstecken.
Ich weiß, solange du in deiner Angst bist, fühlt sich das, was ich hier schreibe, furchtbar an.

Wer bewertet dich da eigentlich wirklich?

Wir vergessen oft, dass Menschen, die uns kritisieren oder negativ reagieren, in einer völlig anderen inneren Welt leben.
Sie schauen unsere Videos, lesen unsere Beiträge oder sehen unsere Auftritte durch die Brille ihrer eigenen inneren Wunden. Genau diese Wunden bestimmen ihre Wahrnehmung, ihre Bewertungen und auch ihre Reaktionen.
Die wenigsten Menschen können bewusst reflektieren: „Oh, das Thema berührt mich, es löst etwas in mir aus, was ich nicht fühlen will. Also lehne ich es lieber ab, gebe schnell einen Daumen nach unten oder einen Kommentar, um die eigene innere Konfrontation zu vermeiden.“

In einem Video sprach ich beispielsweise über Panikattacken – offen und ehrlich über meine eigene Erfahrung. Natürlich gab es dafür auch negatives Feedback. Warum? Weil es Menschen gibt, die es sich (noch) nicht vorstellen können, dass der Weg aus ihrer Angst in ihrer eigenen Verantwortung liegt. Sie reagieren mit Ablehnung, weil das viel einfacher ist, als sich ihren eigenen Ängsten zu stellen.
Mir ist allerdings sehr bewusst, ich diskutiere doch mit niemandem über eine Erfahrung, die ich erlebt habe. Also, geht diese Bewertung an mir vorbei.

„Wenn nur mein Partner anders wäre…“

Erinnerungen an meine eigene Ehe kommen hoch. Wie oft dachte ich früher: Wenn mein Mann nur endlich anders wäre, wenn er nur dieses oder jenes anders machen würde, hätten wir eine glückliche Partnerschaft. Heute erkenne ich, wie abhängig ich damals von der Vorstellung war, dass jemand anderes etwas für mein Glück tun müsste.

Eine meiner Teilnehmerinnen berichtete ähnlich mutig in einem Interview über ihre Beziehung. Auch hier gab es eine kritische Stimme. Warum? Weil es unbequem ist, zu hören, dass ich mein Leben, meine Beziehung und mein Glück selbst in der Hand habe. Das fordert nämlich Selbstverantwortung, Ehrlichkeit und die Bereitschaft, in den eigenen Spiegel zu schauen. Das macht nicht jedem Spaß, ist unbequem, klar. Denn es zeigt mir auch deutlich, wo ich selbst noch in meinen Wunden feststecke.

Kritik zeigt dir, wo du selbst stehst

Statt Kritik als Angriff zu sehen, kannst du sie als Geschenk betrachten. Jedes negative Feedback zeigt dir, wie weit du schon gekommen bist oder eben, wo du innerlich noch schwimmst. Wenn du heute merkst, dass du nicht mehr in alte Muster verfällst, dich nicht mehr verunsichern lässt, zeigt dir das: Du bist gewachsen. Du hast dein Bewusstsein erweitert und schaust mit mehr Klarheit auf dich und andere.

Und wenn du doch verletzt bist, wenn dich Kommentare treffen – dann nimm dir genau diesen Moment, um tiefer zu schauen. Nicht mit Verurteilung, sondern mit liebevoller Neugier. Was steckt hinter meiner Reaktion? Welche Überzeugung halte ich noch fest? Was glaube, fühle ich selbst noch über mich, was der andere da gesagt oder geschrieben hat. Was darf ich hier noch an mir lieben (lernen)?

Entdecke dich, dass was in dir als Schatz versteckt ist


Wenn du aufhörst, deine Schwächen und Schatten zu verbergen, beginnst du, echte Freiheit zu erleben. Schattenarbeit bedeutet nicht, endlos in der Vergangenheit zu graben. Sie bedeutet, dich voll und ganz anzunehmen, so wie du bist – mit allen Anteilen. Und das ist nicht leicht, sondern mutig.

Es ist an der Zeit, deine Schatten ans Licht zu holen. Nicht, um sie loszuwerden, sondern um zu erkennen, wie viel Schönheit, Tiefe und Weisheit sie dir bringen. Deine Schatten sind deine besten Lehrer – wenn du dich traust, ihnen zu begegnen.

Angebote:

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Hier geht es zu unseren Metamorphosis Räumen, wo es immer nur um dein *Ich bin* geht: Wie das Universum dich gedacht hat

Claudia Schwab